Kaufberatung · Preise
Warum kostet derselbe Stoff im Möbelhaus doppelt so viel?
Zwei Sofas, ein Stofflieferant, eine Polsterei. Eines kostet 2.000 Euro, das andere 4.000. Der Unterschied steckt nicht im Sofa.

Europa hat erstaunlich wenige Möbelstoff-Webereien. Wenn ein Möbelhaus in München und ein Direkthersteller in Polen beide ein Flachgewebe mit 50.000 Martindale anbieten, stammt die Rolle mit hoher Wahrscheinlichkeit vom selben Webstuhl.
Der Stoff ist derselbe Stoff
Stoff wird über Zahlen definiert, nicht über Adjektive. Zusammensetzung, Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter, Scheuerbeständigkeit in Martindale-Touren, Pilling-Note und Lichtechtheit. Fragen Sie nach diesen vier Werten und vergleichen Sie zwei Sofas. Stimmen sie überein, sind die Textilien gleichwertig, egal welcher Name auf der Musterkarte steht.
- Zusammensetzung: die Fasermischung, etwa 100 % Polyester oder ein Wollmix.
- Gewicht: üblich sind 300 bis 450 g/m² für Polsterstoffe.
- Martindale: 30.000 ist Wohnbereich, ab 50.000 starker Wohnbereich.
- Pilling und Lichtechtheit: Note 4 bis 5 auf einer Fünferskala.
Ein Muster mit französischem Namen und ein Muster mit Nummerncode kommen oft von derselben Rolle.
Sie bezahlen den Weg
Die zweiten 2.000 Euro bezahlen Ladenmiete, Verkaufsprovision, Großhandelslager und die Retourenquote, die das Möbelhaus einkalkulieren muss. Nichts davon landet im Rahmen, im Schaum oder im Gewebe.
So prüfen Sie es selbst
Lassen Sie sich von beiden Anbietern Rahmenmaterial, Sitzschaumdichte in kg/m³ und Martindale-Wert schriftlich geben. Ein Hersteller antwortet in einer Nachricht. Ein Händler muss meist beim Lieferanten nachfragen, was zeigt, wie weit er von der Werkstatt entfernt sitzt.
Beantwortete Fragen
Häufige Fragen
- Ist ein günstigeres Sofa immer schlechter?
- Nein. Die strukturellen Kosten, Rahmen, Federung, Schaumdichte und Stoff, sind weitgehend fix. Stark schwankend ist der Vertriebsaufschlag darüber. Vergleichen Sie Spezifikationen, nicht Preisschilder.
- Wie vergleiche ich zwei Polsterstoffe fair?
- Fragen Sie nach Zusammensetzung, Gewicht in g/m², Martindale-Touren und Pilling-Note. Stimmen diese vier Zahlen überein, sind die Stoffe gleichwertig.
- Warum nennt mir der Händler die Schaumdichte nicht?
- Meist, weil er sie nicht kennt. Händler kaufen Fertigware und erhalten Marketingblätter, keine Produktionsdaten. Ein Hersteller kennt den Wert, weil er den Schaum einkauft.